Jugge Miele-Tante un de Fritze-Vedder

 

Fritze-Vedder: Miele! Hiäste dat dann middegekricht? Et is nit te glaibene!
Miele! Hast du das denn gehört? Es ist unfassbar!

 

Miele-Tante: Wat is dann passeert? Is enner te Schaden gekummen?
Was ist denn passiert? Ist jemand zu Schaden gekommen?

 

Fritze-Vedder: Nä, nit ganz, äbber balle! Düsse Verdürberlinge, de sick gümmer up Scheipes Schküere rümmedrijbet, wollen doch wirklick unsen Künnich, unsen leeben Henner, up´n Grill setten un so lange bruzzelen bis he domidde routerkäm, we de nigge Künnich währt!
Nein, nicht ganz, aber beinahe! Diese Scheusale, die immer in Scheipes Scheune rumhängen, wollten doch wirklich unseren amtierenden Schützenkönig, unseren lieben Henner, auf den Grill legen und so lange rösten bis er verraten hätte, wer der neue König würde!

 

Miele-Tante: Äbber unse wackere Künnich hädde doch sicker de Schnoute gehallen. Dat is je balle wie bij unsem Sankt Vitus, diänn hat se doch domohls outgebacken…
Deshalb is de je auck de Schutzpatron von unse Kirke, von der Bumstroppe, vonnen Beerbruggern, von diänn Schauspielern un Löüden, de Twister Platt schwatzet.
Aber unser tapferer König hätte doch sicher geschwiegen!
Das ist ja fast wie bei unserem St. Vitus, der wurde doch damals in siedendes Öl gesetzt…   Deshalb ist er ja auch der Schutzpatron von unserer Kirche, von der Kanonengruppe, von den Bierbrauern, von den Schauspielern und den Menschen, die Twister Platt sprechen.

 

Fritze-Vedder: So, getz hawwe in en lästen Wiäcken schkon so ville Kandedaten für´n Künnich angekucht – siwwe dann eegentlick dürr olle Gruppen von der Schkützengilde dürr?
So, jetzt haben wir in den letzten Wochen schon so viele Kandidaten für den Schützenkönig betrachtet – sind wir denn eigentlich durch alle Gruppen der Schützengilde durch?

 

Miele-Tante: Loot mick moh nohdenken – ick glaibe, et faihlt nach de Gewährtroppe!
Laß mich mal nachdenken – ich glaube, es fehlt noch die Gewehrgruppe!

 

Fritze-Vedder: Och joh, wie konnten wij dann diänn Jens vergiätten! De Pauls Jens un sijn Bina, dat wöhre doch en richtich schköönet Künnichspaar. Wat dee schkon olles geleistet hat für de Schkützengilde, wat gar kinner söüht!
Ach ja, wie konnten wir denn den Jens vergessen? Der Jens Paul und seine Bina, die wären doch ein richtig schönes Königspaar. Was die schon alles geleistet haben für die Schützengilde, was gar keiner sieht!

 

Miele-Tante: Un fürr ollem isset Sabina je auck im Vürstande von der Schkützengilde – ick sääge bloß: Wijbesmenschken noh vürne!
Und vor allem ist die Sabina ja auch im Vorstand der Schützengilde – ich sage nur: Frauen nach vorne!

 

Fritze-Vedder: Do hawwe je doch auck nach maiher Tropps out Wijbeslöüden, de bijm Feste middemaket un auck im Durpe wuot füranbrenget!
Da haben wir ja doch noch mehr Frauengruppen, die beim Fest mitmachen und auch im Dorf einiges voranbringen!

 

Miele-Tante: Jo, wat wöhre dann de ganze Verein, wann de Wijbeslöüde nit üöbberall noh´m Rächten kucken wöhren un so vill mächten.
Ja, was wäre denn der ganze Verein, wenn die Frauen nicht überall nach dem Rechten sehen würden und so viel erledigten.

 

Fritze-Vedder: Dann wöhret doch eigentlick genau richtich, wann auck Fruggen Schkützenkünnich währen könnten.
Dann wäre es doch genau richtig, wenn auch Frauen Schützenkönig werden könnten.

 

Miele-Tante: Jo, dann mössten et Andrea un et Kathi äbber zanken, we nou von iännen et Diadem un we de Künnichskääde drigget. Se konnt je villeicht auck emoh touschken
Ja, aber dann müssten die Andrea und die Kathi aber zanken, wer denn von den beiden das Diadem und wer die Königskette trägt. Vielleicht können sie ja auch ab und zu mal tauschen

 

Fritze-Vedder: Do hiäste Rächt, et is je doch egal, we wiänn frigget. Wann me tesammene hört, dann hört me tesammene.
Da hast du Recht, es ist ja gleich, wer wen heiratet. Wenn man zusammengehört, gehört man eben zusammen.

 

Miele-Tante: Un wenn dat nou bij twee Junges is, un eener hiätt et Krööneken un de andere de Künnichskääde, dann is dat bestimmet auck ganz schköön… me mott je nit unbedingt so en langet Kleid habben, en Anzuch lett je manchsmoh fürr bäide biätter.
Und wenn das dann bei zwei Männern ist, und einer hat das Krönchen und der andere die Königskette, sieht das bestimmt auch schön aus… es muß ja nicht unbedingt ein langes Kleid sein, manchmal sieht ein Anzug einfach bei beiden besser aus.

 

Fritze-Vedder: Ick säge bloß: wat de Uplänger un de Westfalen konnt, dat konnt wij hij schkon lange! Un dann geiht dat auck üöbberoll!
Ich meine nur: was die Upländer und die Westfalen hinkriegen, das können wir schon lange. Und dann sollte das auch überall gelingen!

 

Miele-Tante: Ick finge sowieso, upp´m Durpe mott me sick verdrägen. Alt un Jung tesammene, wij´t upp´m Durpe schkon gümmer wohr. Kriech un Ungemach hawwe up der Welt schkonn genoch, dat konnt wij hij nit brouken. Un ganz egal, wie enner outsöüht un boh he härkümmet un wat he maket – en Menschke is en Menschke!
Ich finde sowieso, auf dem Dorfe muß man sich vertragen. Alt und Jung zusammen, so wie es im Dorf schon immer war. Krieg und Leid gibt es auf der Welt schon genug, das können wir hier nicht gebrauchen. Und ganz gleich, wie einer aussieht und wo er herkommt und was er tut – ein Mensch ist ein Mensch!

 

Fritze-Vedder: Un so willt wij auck unse Fest fieren, bunt un mit ganz vill Spaß in ollen Ecken un Engen.
Und so wollen wir auch unser Fest feiern, bunt und mit ganz viel Freude in allen Ecken und Enden.

 

Miele-Tante: Am Mondage mottet wij dann kucken, watt et bijm Gerichte so olles gitt – un wann´t to arch währt, dann berichte wij nohäär nachemoh.
Am Freischießens-Montag müssen wir dann mal schauen, was bei den Gerichtsverhandlungen so zu Tage kommt – und wenn es zu unbändig wird, dann müssen wir noch mal eine Nachbetrachtung machen.

 

Et wohr uns ne graute Ähre, de falschken un richtigen Twister Künnige un manche anderen Löüde in´t Gespräch te brängene – un wat wij beiden getz schkonn wittet, vertellt wij juch dünndach nach nit.
Es war uns eine große Ehre, die falschen und richtigen Twister Schützenkönige und manche anderen Leute ins Gespräch zu bringen – und was wir beide jetzt schon wissen, erzählen wir euch aber heute noch nicht.
In diänn Johren noh diäm lästen Frijschkeeten in 2016 is je so vill passeert in der Welt, dat me vürhäär sick garnit hiätt vürstellen können un wat für olle Löüde gar nit gutt wohr – wij hatt sogar unse ganzet Fest upschkouben mötten! Nou willt wij äbber huoppen, dat et bis tem nächsten Frijschkeeten nit widder so´n Zirkus un Dürrenander git, un dat wij uns moh widder en bitzken erhuollen un tesammene dürrpousten konnt.
In den Jahren seit dem letzten Freischießen in 2016 ist ja auf der Welt so viel geschehen, was wir uns vorher niemals vorstellen konnten und was für alle Menschen viele Sorgen und Ärger gebracht hat – wir mussten sogar unser ganzes Fest verschieben! Jetzt wollen wir aber hoffen, dass es bis zum nächsten Freischießen nicht wieder solche Verwirrungen und Durcheinander geben wird, und dass wir uns endlich wieder ein bisschen erholen und gemeinsam durchatmen können.

Wij wünschket uns ollen en schköönet Frijschkeeten, un blijbet olle anständije Löüde, gudden Moodes un gesund


Jugge Miele-Tante un de Fritze-Vedder

 

Wir wünschen uns allen ein schönes Freischießen, und bleibt alle anständige Menschen, voller Zuversicht und gesund.
Eure Miele-Tante und der Fritze-Vedder

Eure Miele-Tante und der Fritze-Vedder